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Warnlagebericht für Deutschland


Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Mittwoch, 22.10.2014, 05:00 Uhr

Verbreitet stürmische Böen oder Sturmböen. An der Nordsee orkanartige
Böen. Auf höheren Alpengipfeln Orkanböen. In einigen Staulagen der
Mittelgebirge Dauerregen, am Alpenrand ergiebig (Unwetter).

Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden
bis Donnerstag, 23.10.2014, 05:00 Uhr:

Unter dem Einfluss eines aus dem Ex Hurrikan Gonzalo entstandenen
Sturmtiefs gelangt aus Nordwesten frische Meeresluft polaren
Ursprungs nach Deutschland.

Rückseitig der Kaltfront gibt es weitere Schauer oder schauerartigen
Regen. Vereinzelt sind auch kurze Gewitter mit Graupel und mit
Sturmböen, lokal mit schweren Sturmböen um 95 km/h möglich.
Auf den Alpengipfeln und auf den höchsten Gipfeln der Mittelgebirge
gibt es einzelne orkanartige Böen oder Orkanböen. Auch an der Nordsee
sind abseits der Schauer schwere Sturmböen oder orkanartige Böen zu
erwarten. Ansonsten nimmt kommt es zu starken bis stürmischen Böen,
im Bergland zu Sturmböen.

Rückseitig der Kaltfront sinkt die Schneefallgrenze ab, und liegt am
Morgen bei 900 bis 600 m. Im Schwarzwald und an den Alpen gibt es
kräftige Niederschläge, so dass sich dort oberhalb etwa 600 bis 900 m
eine dünne (Nass)schneedecke bilden kann. Hier besteht Glättegefahr
durch Schneematsch und in höheren Lagen kann es Schneebruch geben.

An den Alpen wird bis in den Freitag hinein in Lagen unterhalb von
900 bis 600 m eine Dauerregenlage erwartet, wobei verbreitet 60 bis
90 l/qm, in Staulagen auch um 100 l/qm Niederschlag fallen können.
Eine entsprechende Unwetterwarnung ist in Kraft, wobei bzgl. der
Schneefallgrenze noch Unsicherheiten bestehen. Bis Freitagmittag
steigt die Schneefallgrenze zögernd wieder auf knapp über 1000 m.
Auch im Erzgebirge sind bis Freitagfrüh unwetterartige Regenmengen
möglich, weshalb dort eine entsprechende Vorabinformation aktiv ist.

Heute tagsüber gibt es vor allem im Westen und Süden Schauer, anfangs
sind kurze Graupelgewitter möglich. Der Wind frischt im Westen, Süden
und über der Mitte wieder auf mit stürmischen Böen, in Schauern
Sturmböen aus Nordwest. An der Nordseeküste gibt es auch außerhalb
der Schauer schwere Sturmböen, auf exponierten Gipfeln einiger
Mittelgebirge und der Alpen ebenfalls, vereinzelt gibt es dort auch
Orkanböen. Erst zum Nachmittag und Abend hin nimmt der Wind vor allem
im Westen allmählich ab. Der Nordosten bleibt von der Windentwicklung
weiter ausgespart.

In der Osthälfte setzt schauerartiger Regen ein. Vor allem in der
Lausitz, in Sachsen und Thüringen fallen dabei mehr als 20 mm in 6
Stunden bzw. mehr als 25 mm in 12 Stunden. Am Erzgebirge und im
Zittauer Gebirge sind vor allem in Staulagen unwetterartige Mengen
über 40 mm in 12 Stunden nicht ausgeschlossen.

Die Schneefallgrenze schwankt allgemein zwischen 700 und 1100 m. An
den Alpen lassen die Stauniederschläge vorübergehend nach, ehe sie
sich zum Nachmittag hin wieder verstärken.

In der Nacht zum Donnerstag kommt es in der Südosthälfte verbreitet
zu Niederschlägen, die vor allem in Staulagen der Alpen und des
Erzgebirges sehr ergiebig sein können. Im Erzgebirge sind über die
Nacht hinweg weitere 20 mm Niederschlag zu erwarten, bei einer
Schneefallgrenze, die wieder deutlich über 1000m steigen kann. An den
Alpen sind lokal 40 bis 50 mm möglich, wobei Schnee herab bis 600m
möglich ist, so dass es darüber zur Bildung einer Schneedecke bzw.
durch den nassen Schnee zu Schneebruch kommen kann.
Der Wind flaut im Laufe der Nacht von Nordwesten her deutlich ab.
Zunächst kommt es aber noch verbreitet, mit Ausnahme des Nordostens
zu starken bis stürmischen Böen, im Bergland und an der Nordsee zu
Sturmböen, in exponierten Lagen der Alpen zu orkanartigen Böen.


Unwetterwarnung vor orkanartige Böen und Orkanböen:
Auf den Alpengipfeln Orkanböen um 120 km/h aus Nordwest. An der
ostfriesischen Nordseeküste orkanartige Böen um 110 km/h.

Unwetterwarnung vor ergiebigem Dauerregen:
Im Nordstau der Alpen länger andauernder Regen, teils ergiebig. Dabei
bis in den Freitag hinein 60 bis 90 l/qm, in Nordstaulagen teils um
120 l/qm Niederschlag. Schneefallgrenze meist zwischen 600 und 1000
m.

Unwetter-Vorabinformation vor ergiebigem Dauerregen:
Im Nordstau des Erzgebirges länger anhaltender Regen, teils ergiebig.
Dabei bis Freitagfrüh 50 bis 80 l/qm.

Warnung vor Sturmböen:
Mit Ausnahme des Nordostens starke bis stürmische Böen aus West bis
Nordwest, in Schauern Sturm- oder schwere Sturmböen.

Warnung vor Gewitter:
Einzelne Gewitter, teils mit Graupel und schweren Sturmböen aus West
bis Nordwest.

Warnung vor Dauerregen:
In einigen Mittelgebirgslagen wiederholt Regen, dabei 30 bis 50 Liter
Regen pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden.

Warnung vor Schneefall:
An den Alpen und im Hochschwarzwald oberhalb von etwa 600 bis 800 m
gebietsweise Glätte durch Schneematsch und Ausbildung einer dünnen
Schneedecke, in Staulagen der Alpen oberhalb von 1000 m auch über 5
cm.


Aktuelle Informationen zur Unwetterlage und zu den herausgegebenen
Orkanartige Böen und ergiebiger Dauerregen präsentiert
Diplom-Meteorologe Marcus Beyer in
einem Video aus dem DWD TV-Studio (Stand: 21.10.2014, 15 Uhr Uhr)
http://youtu.be/yNF44j2N6J4
Nächste Aktualisierung: spätestens Mittwoch, 22.10.2014, 07:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.- Met. Bernd Zeuschner