Warnlagebericht

WARNLAGEBERICHT für Deutschland

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Freitag, 28.01.2022, 00:22 Uhr


An den Küsten und im Bergland Sturmböen, in der Nordosthälfte stürmische Böen. Im Bergland und im Süden örtlich gefrierender Regen, später etwas Schnee, am Alpenrand länger anhaltend. 


Entwicklung der WETTER- und WARNLAGE:

Die Kaltfront eines von Südschweden zur mittleren Ostsee ziehenden Sturmtiefs überquert bis zur zweiten Nachthälfte das gesamte Vorhersagegebiet südwärts. Ihr folgt ein Schwall maritimer Polarluft. Am Freitag setzt sich vorübergehend Hochdruckeinfluss durch, bevor in der Nacht zum Samstag das nächste Tief heranzieht. 

FROST/GLÄTTE/GLATTEIS:
In der Nacht zum Freitag im Süden gebietsweise, im höheren Bergland verbreitet leichter Frost und stellenweise Glätte durch Überfrieren, teils auch durch etwas gefrierenden Regen. 

Am Freitag in den höchsten Lagen der südlichen und östlichen Mittelgebirge Dauerfrost mit entsprechender Glätte.

In der Nacht zum Samstag im Süden verbreitet leichter Frost bis -4 Grad mit Reifbildung. In den zentralen Mittelgebirgen von Nordwesten hereinziehender Niederschlag, dabei vorübergehend auch Glätte durch etwas gefrierenden Regen sowie Schnee oder Schneematsch. 

WIND/STURM:
In der Nacht zum Freitag im Norden und Osten kräftiger Wind aus West bis Nordwest mit steifen bis stürmischen Böen, an den Küsten mit Sturmböen, exponiert vor allem entlang der vorpommerschen Ostseeküste mit schweren Sturmböen. Auch in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen Sturm- und schwere Sturmböen, auf dem Brocken orkanartige Böen. Im Südwesten in den Niederungen kaum warnrelevante Böen.

Am Freitag in den Frühstunden zögernd abflauender Wind. Tagsüber dann an den Küsten und in der Osthälfte noch steife Böen aus Nordwest, im Lee des Harzes stürmische Böen, in Hochlagen der ost- und südöstlichen Mittelgebirgslagen und der Alpen teils noch schwere Sturmböen. Zum Nachmittag überall deutlich abnehmender Wind, in den Gipfellagen aber weiterhin einzelne Sturmböen.

In der Nacht zum Samstag in den Gipfellagen weiterhin stürmische Böen oder Sturmböen aus Südwest. An den Küsten erneut auffrischender Wind mit steifen oder stürmischen Böen aus Südwest bis West, sonst voraussichtlich keine warnwürdigen Böen mehr.  

SCHNEEFALL:
In der Nacht zum Freitag im Mittelgebirgsraum gebietsweise Schneeschauer, Schneefallgrenze allgemein auf etwa 400 bis 200 m sinkend. Unterhalb von 400 m aber höchstens stellenweise Glätte durch Schneematsch. In den Alpen einsetzender Schneefall, bis zum Morgen meist um 5, in Staulagen auch bis 10 cm Neuschnee.

Am Freitag an den Alpen weitere Schneefälle, bis Freitagnachmittag bzw. -abend anhaltend. Dort dann nochmals bis 5, in Staulagen auch bis 10 cm Neuschnee, letzteres vor allem in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen. In den Hochlagen der Mittelgebirge nur noch vereinzelt einige wenige cm Neuschnee.

In der Nacht zum Samstag von Nordwesten neue Niederschläge, die bei rasch ansteigender Schneefallgrenze nur vorübergehend als Schnee fallen und allenfalls in den höchsten Lagen zentralen Mittelgebirge für 1 bis 3 cm Neuschnee sorgen, bevor der Schnee in Regen übergeht.  

NEBEL:
In der Nacht zum Freitag vor allem im Südwesten örtlich Nebel mit weniger als 150 m Sicht. 


Nächste Aktualisierung: spätestens Freitag, 28.01.2022, 05:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Martin Jonas